Initiative Südpfalz-Energie e.V.
InitiativeSüdpfalz-Energie e.V.

Berichte 2016

Hier informieren wir Sie über die Aktivitäten in 2016.

Exkursion zur „Power to Gas“-Anlage in Mainz und zu einer Nahwärme-Anlage in Nieder-Olm

Bei seiner letzten Aktion in diesem Jahr hat der Verein ISE e.V. mit der Exkursion nach Mainz und Nieder-Olm (07.12.2016) mal wieder gezeigt, dass er mit eindrucksvollen Veranstaltungen interessierte Bürgerinnen und Bürger einiges bieten kann:

Vormittag: „Power to Gas“ im Energiepark-Mainz
Zu Beginn des Besuches stellte Klaus-Dieter Müller vom Energiepark Mainz ein paar rhetorische Fragen an die Teilnehmer: Kann man Wind tanken? Kann man durch erneuerbare Energien Heizungen oder Großkraftwerke von Erdgasimporten unabhängiger machen und somit umweltfreundlich Strom und Wärme erzeugen? Auch dann, wenn es absolut windstill ist und keine Sonne scheint?
Ja, wir sind überzeugt davon, sagte Müller, dass dies schon heute möglich ist. Deshalb haben Siemens, die Linde Group, die Hochschule RheinMain und die Mainzer Stadtwerke gemeinsam ein umfangreiches Projekt entwickelt, dessen Anlage schon seit Juli 2015 in Betrieb ist. In unserem neuen „Energiepark Mainz“ wird umweltfreundlich erzeugter Strom aus volatiler Windenergie dabei helfen, Wasserstoff herzustellen. Wasserstoff lässt sich gut speichern und vielfältig als Energieträger einsetzen, wie etwa als umweltfreundlicher Autokraftstoff, beim Betrieb von Gasheizungen oder auch zur Stromerzeugung in modernen Kraftwerken.
In der Vortrags-Präsentation  „Power-to-Gas“, von Torsten Seemann, Siemens AG, Hamburg,  sind Entwicklungsstand und Marktbedingungen  aus dem Jahr 2012 aufgezeigt.
Heute kann man in Mainz bereits die z.Z. weltweit größte Anlage (6 MW) in Betrieb besuchen. „Ein wirklich imposantes Werk der deutschen Ingenieurkunst“, sagten die teilnehmenden pensionierte Ingenieure, Chapeau! Danke an Klaus-Dieter Müller
.

Vortrag "Power to Gas"
Siemens_Power-to-gas_Vortrag_HAW.pdf
PDF-Dokument [2.9 MB]
Christoph Zeiss zeigt sein Konzept

Nachmittag: Nahwärme-Anlage in Nieder-Olm
Diese Technologie ist zwar schon etwas älter, aber die Art und Weise wie die Komponenten eingesetzt werden und mit welcher Vertragskonstellation die Kunden (Landkreise, Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden) mit Energie (Strom und Wärme) von der Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH (EDG) beliefert werden, haben die Exkursionsteilnehmer stark beeindruckt.
Die EDG ist eine Kommunale GmbH des Landkreises Mainz-Bingen. D.h. Risiken und Überschüsse tragen bzw. erhalten die beteiligten Gebietskörperschaften.
Es können sich auch Gebietskörperschaften aus anderen Landkreisen einbringen.

Die Grundstruktur der Energieerzeugung  ist immer gleich:

  • Die Grundlast (Wärme und Strom) wird mit gasbetriebenen BHKWs und neuerdings mit Brennstoffzellen-BHKWs bereitgestellt. Als Wärme-Puffer dienen große Warmwasserspeicher.
  • Die Spitzenlast für die Wärme wird mit Gaskesseln abgedeckt.
  • Die Spitzenlast für den Strom wird aus dem Netz bezogen.

Zwischen Energielieferant und Kunden  gibt es eine ganz einfache Vertragsstruktur, das Contracting:

  • Die Planung, Finanzierung und das Projektmanagement bei der Errichtung der Energieanlagen übernimmt die EDG. Die Ausführung der Errichtung realisieren örtliche Unternehmen aus der Branche.
  • Betrieb und Service der Anlagen ist Sache der EDG.
  • Die Kunden beziehen „nur“ Wärme und Strom. Es ist nicht notwendig, dass sich die Gebietskörperschaften Experten für die Errichtung und den Betrieb vorhalten!

Christoph Zeiss, Geschäftsführer der EDG hat in überzeigender Weise das Konzept der EDG vorgestellt und mit exzellentem Wissen alle Fragen beantwortet. Ein Geschäftsführer mit brillantem technischen Know-How und fundiertem unternehmerischen Handeln. „Dieses Konzept sollte deutschland-weit als Vorbild dienen“, kommentierte ein ehemaliger leitender Angestellter eines großen Energieunternehmens, Chapeau!  Danke an Christoph Zeiss.

 

Immer wenn der Verein ISE e.V. unterwegs ist, darf natürlich eine gemütliche Einkehr nicht fehlen. Pünktlich um 12:00 Uhr sind wir im Hofgut Laubenheimer Höhe eingekehrt um örtliche kulinarische Köstlichkeiten zu genießen.
(W.T.)

November-Energie-Stammtisch skizziert das Programm für 2017

Beim öffentlichen November-Energie-Stammtisch, am 24.11.2016 in Rheinzabern, haben wir das zu Ende gehende Jahr 2016, ohne PPT-Präsentation, Revue passieren und ausklingen lassen Wir können mit Stolz auf ein sehr erfolg- und arbeitsreiches Jahr zurückblicken (siehe Berichte auf unserer Internetseite).
Für das neue Jahr haben wir schon mal Stichworte gesammelt, die beim Januar-Stammtisch (26. Januar 2017) in das Jahresprogramm 2017 gegossen werden:

 

Podiumsdiskussion:

  •  „Wie geht es weiter mit dem Klimaschutz und der Energiewende in Deutschland und der Südpfalz?“ mit den Bundestagsabgeordneten der Südpfalz

 

Stammtischthemen:

  • vertikale Kleinwindenergieanlagen
  • Stand der Entwicklung bei den BHKW
  • Stand der Entwicklung bei den Energiespeichern für Ein-und Mehrfamilienhäusern
  • Nachrüstung mit Akkus bei PV-Anlagen im Einfamilienhaus

 

Vortragsveranstaltungen:

  • Wärme-Offensive
  • PV-Offensive für Gewerbe, Dienstleistung, Handel, Landwirtschaft und Industrie
  • Mobilität

 

Exkursionen:

  • Besuch der Anlage „kaltes Nahwärmenetz“ in Schifferstadt
  • Besuch des RDK, Block 8
  • Besuch des Müllheizkraftwerkes Pirmasens
  • Besuch einer Biogas-Anlage

 

Schön war bei diesem Stammtisch, dass spontan verschieden Themen angesprochen und diskutiert wurden. Wir wollen deshalb im nächsten Jahr jeden 3. Stammtisch in dieser Art gestalten.

(W.T.)

Toller Erfolg: Letzte Veranstaltung „Die Sonne bezahlt die Stromrechnung“ in Kandel

Die letzte Veranstaltung der PV-Offensive in 2016, die in Kooperation mit der Initiative Südpfalz-Energie, der Energieagentur RLP und der VG-Kandel durchgeführt wurde, war ein voller Erfolg. Mehr als 60 Teilnehmer haben sich über die PV-Anlagen-Technologie informiert und heftig diskutiert. Wolfgang Thiel, Vorsitzender der Initiative Süspfalz-Energie begrüßte neben Volker Poss , Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kandel und die Referenten (siehe Agenda) auch ein älteres Weingut-Ehepaar aus Hainfeld. „Trotz unseres hohen Alters, wollen wir auf unserem Dach eine PV-Anlage bauen, damit wir  uns, unseren Kinder und Enkeln, aber auch für den Klimaschutz was Gutes tun. Deshalb sind wir heute gekommen, um Informationen zu bekommen“. „Das ist genau die richtige Einstellung! Wir müssen es so machen wie der Forst: Die Bäume , die heute gepflanzt werden, können erst von den Enkeln oder Urenkeln ‚geerntet‘ werden. Es ist also nie zu spät in die PV-Technik zu investieren“,  kommentiert Thiel.

 

In seinem Grußwort hob der Bürgermeister hervor, was in der VG-Kandel bereits bei den Regenerativen geleistet wurde: „Angefangen von den energetischen Maßnahmen in Verwaltungs-und Schulgebäuden bis hin zu Windkraftanlagen aber auch PV-Anlagen bei den Bürgern. Wir können uns in der Südpfalz durchaus sehen lassen“, verkündete Poss mit Stolz. „Wenn die VG-Kandel ihre Potenziale hebt, kann sie schon bald bilanziell ‚Stromexporteur‘ werden“, kommentierte Thiel (siehe Vortrag „PV-Anlagen_Ost-West-Vergleich“).

 

In den Fachvorträgen (mit Dr. Ralf Engelmann und Wolfgang Thiel) wurde über die PV-Technologie informiert. Die Pfalzwerke (mit Dominic Lauer) haben sich klar positioniert: „Wir schließen alle PV-Anlagen an, wo immer es möglich ist, es gibt nur ganz wenige Ausnahmen“. Auch die Sparkasse GER-Kandel mit Stefan Fenrich, und die VR-Bank-Südpfalz mit Christian Rohatyn, haben sich klar positioniert: „Wir finanzieren Ihre PV-Anlage mit speziellen Krediten ohne große Bürokratie“.

 

Mit dieser Veranstaltung in der VG-Kandel geht nun nach 2015 die 2. Staffel in den Verbandsgemeinden Herxheim, Jockgrim, Offenbach und Landau-Land zu Ende. „Wir haben damit unser gestecktes Ziel erreicht, die Bürgerinnen und Bürger der Südpfalz über die PV-Technologie und ihren Einsatz bei Einfamilienhäusern zu informieren“, so Thiel.
Zum Schluss dankte Sabine Nicklas von der Energieagentur RLP allen Mitwirkenden der Initiative Südpfalz-Energie, den Verbandsgemeinden sowie den Referenten der Energieagentur RLP
(W.T.)

 

Agenda und Einführung
Agenda Kandel.pdf
PDF-Dokument [842.9 KB]
Die Sonne bezahlt die Stromrechnung
Dr. Engelmann.pdf
PDF-Dokument [2.0 MB]
PV-Anlagen Ost-West- ggü. Südausrichtung, Strompotenziale VG-Kandel
PV-Anlagen_Ost-West-Vergleich2014_Kandel[...]
PDF-Dokument [2.0 MB]
Pfalzwerke: Wir bringen Ihre PV-Anlage ans Netz
Initiative_Suedpfalz_PFALZSOLAR Kandel.p[...]
PDF-Dokument [1.6 MB]

Die VG-Landau-Land kann ihren Strombedarf durch Regenerative auch mit dem Potenzial nicht decken

 

Bei der Vortragsveranstaltung „Die Sonne bezahlt die Stromrechnung“ am 25.10.2016 in Impflingen wurden die BürgerInnen über die PV-Anlagen wie bei den bisherigen Themenabenden dieser Reihe informiert: siehe Bericht über die VG-Offenbach.

Bemerkenswert ist ggü. den 3 bisherigen Veranstaltungen in diesem Jahr, dass die VG-Landau-Land auch unter Nutzung ihrer Potentiale (in Ermangelung von Windkraftanlagen) ihren Strombedarf (bilanziell) nicht aus Regenerativen decken kann (siehe Balkendiagramm).

Landau hat bei Fernwärme Vorbildfunktion in der Südpfalz und darüber hinaus

In der veröffentlichten Meinung stehen die regenerativen Energieträger Wind, Sonne und Biogas bei der Energiewende im Vordergrund. Wenn man sich aber die Verbrauchssektoren Industrie, Haushalt und Gewerbe/Handel/Dienstleistung anschaut, gibt es einen Bereich der den größten Energieanteil repräsentiert: Der (Prozeß-)Wärmeanteil, beträgt alleine 68 % dieser Sektoren. Wenn man noch den 4. Verbrauchssektor Mobilität hinzunimmt, sind es 47% des Gesamt-Energieverbrauchs! „Diese Tatsache hat uns von der Initiative Südpfalz-Energie (ISE e.V.) dazu veranlasst, dass wir der Wärme, neben den Regenerativen, in Zukunft mehr Aufmerksamkeit widmen werden“, so Wolfgang Thiel, Vorsitzender des Vereins, beim September-Energie-Stammtisch am 22.09.2016.

Bernhard Mertel, Geschäftsführer der EnergieSüdwest Projektentwicklung GmbH, hat in seinem Vortrag „Fernwärmeversorgung und Quartiersbeheizung in Landau - innovativ, ökologisch und preiswert“ beim September-Energie-Stammtisch der ISE e.V. über die Fernwärme-Aktivitäten in Landau berichtet. Fast auf die gesamte Stadt verstreut, sind Fernwärme-Projekte mit regenerativer Wärmeerzeugung und/oder BHKW abgeschlossen bzw. in Arbeit oder Planung. Bei den Zuhören hat Mertel besonders großes Staunen hervorgerufen, als er über die Erschließung von Erwärme aus ausgebeuteten Erdölbohrlöchern der Firma Wintershall berichtete. Die Wärme wird über Sonden, die in nachträglich eingebauten Rohren geschützt sind, aus einer Tiefe von 800 und einer Temperatur von ca. 70° mittels Umwälzpumpen aus  der Erde geholt und über Wärmetauscher an das Heizungssystem gegeben. Eine sehr innovative Lösung.
Mertel informierte über weitere Projekte und erläuterte die Strategie der EnergieSüdwest Projektentwicklung: „Mit Blockheizkraftwerken (BHKW) decken wir die Wärme-Grundlast und produzieren dabei noch Strom, mit Gaskessel decken wir die Spitzenlast, Erdwärme und  Abwärme nutzen wir dort, wo sie verfügbar ist. Wir haben jeweils für die unterschiedlichen Quartiere der Stadt eine entsprechend angepasste Lösung“.

Die VG-Offenbach ist durch ihre Windräder schon heute Strom-Exporteur

 

Bei der Einführung des Vortragsabends „Die Sonne bezahlt die Stromrechnung“ im Queichtal-Museum in Offenbach am 20.09.2016, informierte Wolfgang Thiel, Vorsitzender der Initiative Südpfalz-Energie, über die Zubauentwicklung von PV-Anlagen in der VG-Offenbach. Wie Bundesweit, ist auch in dieser Verbandsgemeinde der Zubau an installierter PV-Leistung nach der EEG-Novellierung in 2012 gravierend zurückgegangen. (Bild). „Das ist auch der Grund für unsere PV-Offensive in der Südpfalz. Denn wir wollen den Bürgerinnen aufzeigen, dass sich PV-Anlagen nach wie vor rechnen und zwar nicht nur in ihrem Geldbeutel, sondern auch beim Klimaschutz“ so der Vorsitzende.

In seinem Grußwort berichtete Axel Wassyl, Bürgermeister der VG-Offenbach/Queich über die Projekte der regenerativen Energien in seiner Verbandsgemeinde. Windräder zur Stromerzeugung aber auch Anlagen zur Bedarfsdeckung von Wärme bei öffentlichen Gebäuden bilden den Schwerpunkt.

 

Dr. Ralf Engelmann, Referent für regenerative Energie bei der Energieagentur RLP klärte die Teilnehmer über den Aufbau und die Rentabilität von PV-Anlagen auf. Dabei hat er eindrucksvoll aufgezeigt, dass sich PV-Anlagen nach wie vor rechnen und zwar nicht nur im Geldbeutel der BürgerInnen, sondern auch beim Klimaschutz. Wobei der Eigenverbrauch immer mehr in den Fokus rückt.

Im Vortrag „Vergleich und Potenziale von PV-Anlagen“ räumte Wolfgang Thiel mit dem Vorurteil auf, dass nur PV-Anlagen in  Süd-Ausrichtung rentabel seien. In einer vergleichenden Untersuchung, die bereits 4 Jahre läuft, konnte er beweisen, dass PV-Anlagen in Ost-West-Ausrichtung mehr als 80 % ggü. Anlagen in Süd-Ausrichtung bringen. Darüber hinaus haben die Ost-West-Anlagen den Vorteil, dass sie von  März bis September eine um bis zu 3,5 Stunden längere Tagesverfügbarkeit haben.
Die Zuhörer  staunten nicht schlecht als Thiel im Energiesteckbrief für die VG-Offenbach die Botschaft verkündete, dass sich die VG-Offenbach bereits heute mit 0,7 GWh/a bilanziell „Strom-Exporteur“ nennen kann.

Den Interessierten Zuhörern, die sich eine PV-Anlage aufs Dach bauen wollen, versicherte Dominic Lauer von den Pfalzwerken, dass fast in allen Orten der Pfalz ohne weiteres PV-Anlagen angeschlossen werden können. Überraschend war seine Aussage zum Zubau bei den PV-Anlagen, den stückzahlmäßig hat sich der Zubau in den letzten Jahren kaum verändert (Bild), „Nur bei den großen Freiflächenanlagen gibt es einen starken Rückgang, denn diese Anlagen werden durch das EEG nicht mehr so hoch gefördert“ sagte der Solarexperte.

Wie bereits bei den vielen Veranstaltungen zuvor, gaben die Vertreter der Geldinstitute Matthias Beck, Regionaldirektor der Sparkasse SÜW und Bernhard Wagner, Direktionsbeauftragter Vertrieb der VR-Bank-Südpfalz, grünes Licht für die Finanzierung der Solarinvestitionen.

Zum Abschluss der Veranstaltung hatte Isa Scholitssek, Regionalreferentin der Energieagentur RLP noch eine Überraschung mitgebracht. Sie überreichte Wolfgang Thiel eine Großplakette zum Dank und als Anerkennung für die Aktivitäten des Vereins Initiative Südpfalz-Energie bei der Aktionswoche „RLP-Ein Land voller Energie“ (siehe Bild).
(W.T.)

Kommunale Nahwärme – neue Konzepte und Ideen

Um neue Konzepte und Ideen sowie unterschiedliche Betreibermodelle bei der Nahwärme ging es bei einer Veranstaltung des Vereins Initative Südpfalz-Energie und der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Bürgerstiftung Pfalz am 31.08.2016  in Klingenmünster. Mit Christoph Zeis von der Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe GmbH und Professor Thomas Giel von der Hochschule Mainz referierten zwei Experten aus Praxis und aus Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Nahwärme.

 „Mit der Energiewende sind in der Öffentlichkeit meistens die Aktivitäten beim Strom gemeint, doch liegen die größten Potenziale beim Wärmeverbrauch. Mit fast 68 % ist der (Prozess-) Wärmebedarf der Löwenanteil beim gesamten Energieverbrauch der Sektoren Industrie, Haushalte und  Gewerbe/Handel/Dienstleistungen. Das zeigt: Wollen wir den Klimazielen ein Stück näher kommen, müssen wir ein besonderes Augenmerk auf Effizienz- und Einsparpotenziale bei der Wärmeerzeugung legen“, so  Isa Scholtissek von der Energieagentur Rheinland-Pfalz bei ihrer Einführung. Sie vertrat Wolfgang Thiel, Vorsitzender der Initiative Südpfalz-Energie e.V., der wegen eines Unfalls im Krankenhaus lag und deshalb seinen Einführungsvortrag nicht halten konnte.

Einführung
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PDF-Dokument [391.1 KB]

Christoph Zeis stellte zunächst die  "klassischen" Nahwärmenetze und die Vorteile von Contracting-Modellen vor. Dabei geht die Nahwärme immer mit Kraftwärmekopplung und regenerativen Energieträgern einher.

Klassische Nahwärmenetze
02Christoph_Zeis_Kommunale_Nahwaerme_-_K[...]
PDF-Dokument [3.0 MB]

Besonders "Kalte Nahwärme" war den meisten Besuchern neu, obwohl, so Prof. Giel, dieses Konzept bereits vor zehn Jahren entwickelt und in Pilotprojekten realisiert wurde. Seit etwa zwei Jahren werde es nun sehr stark nachgefragt. In Neubaugebieten, die auch wegen der hohen Energieeffizienzstandards mit wenig Wärmeenergie auskommen, stellen klassischen Nahwärmenetze keine finanzierbare Alternative mehr dar - lediglich in den Fällen, in denen etwa ein Schwimmbad mitzuheizen ist. Kalte Nahwärme hingegen wird aus Erdwärme (oberflächennaher Geothermie) gespeist, die Netze sind flexibel erweiterbar und im Vergleich zu "warmen" Nahwärmenetzen kostengünstig zu verlegen.

Kalte Nahwärme
03Thomas_Giel_Kaltenahwaerme-Klingenmuen[...]
PDF-Dokument [2.6 MB]

Für Kommunen, die sich mit der Planung von Nahwärmenetzen befassen, bietet auch der Praxisleitfaden Nahwärme der Energieagentur Rheinland-Pfalz Informationen bzw. einen "Wegweiser".
(W.T./I.Sch.)

 

Quo vadis „Klimaschutz und Energiewende“

 

Wie angekündigt,  wurde beim Energiestammtisch am 25.08.2016 in Landau während und nach dem Vortrag von Oliver Decken heiß diskutiert. Du hast uns die Augen geöffnet, was die Klimaziele und die notwendige Umsetzung angeht“ sagte Wolfgang Thiel, Vorsitzender der ISE e.V. Decken hatte in Erinnerung gerufen dass das ursprüngliche Ziel der Bundesregierung sowohl bei dem Wert der globalen Erwärmung  als auch bei dem zeitlichen Ziel deutlich anspruchsvoller geworden ist:

Ziel der Bundesregierung:

  •                Globale Erwärmung auf max. 2 Grad begrenzen
  •                Minderung des Treibhausgases (THG) (gegenüber 1990)
                   bis 2020 um 40 %
                   bis 2030 um 55 %
                   bis 2050 um 80 – 95 %

Ziel des UN-Klimagipfel 2015:

  •                Globale Erwärmung auf max. 1,5 Grad begrenzen
  •                Minderung der THG aus der Energieversorgung
                   bis 2040 um 100 %
    (Quaschning 2016)

Dieser Sachverhalt war den 20 Stammtischfreunden so nicht bewusst, was sofort zu der Frage führte: Mit welchen Maßnahmen will denn die Bundesregierung das neue „Turbo-Ziel“ erreichen?

Der Energiewende-Experte erläuterte darüber hinaus wie sich die Energiewende in Deutschland, RLP und der Südpfalz entwicklet hat, Hier sind einige Defizite zu vermelden.
In dem beigefügten PDF-Dokument kann der Vortrag nachgelesen werden.
(W.T.)

Energiewende Südpfalz – quo vadis? von Dipl.-Ing. Oliver Decken
Vortrag Energiewende quo vadis 25082016.[...]
PDF-Dokument [1.1 MB]

Auch die VG-Jockgrim hat das Potenzial zum Strom-Exporteur

 

Bei der zweiten Veranstaltung der Vortragsreihe „Die Sonne bezahlt die Stromrechnung“ am 12.07.2016 in Jockgrim hat Uwe Schwind, Bürgermeister der VG-Jockgrim, in seinem Grußwort zum Ausdruck gebracht, dass er die PV-Offensive voll unterstützt und bedankte sich ausdrücklich bei den Akteuren des Informationsabends. „Wenn die Windkraftanlagen in Hatzenbühl in Betrieb sind, werden wir einen großen Beitrag für die Eigenversorgung unserer VG leisten“ sagte der Bürgermeister.
Die Investition für eine PV-Anlage, selbst ohne Eigenversorgung, lohnt sich“, klärte Dr. Ralf Engelmann, Referent für regenerative Energien der Energieagentur RLP, die Gäste in seinem Vortrag „Die Sonne bezahlt die Stromrechnung“ auf.
Dominic Lauer, Vertriebsleiter bei den Pfalzwerken, hat in seinem Kurzvortrag klar die Botschaft vermittelt, dass neue PV-Anlagen problemlos angeschlossen werden können.
„Wir von der VR-Bank finanzieren eine solche Investition ohne große Hürden“ versicherte Christian Bauchhenß, Regionaldirektor.
Wolfgang Thiel, Vorsitzender der Initiative Südpfalz-Energie, hatte in seinem Vortrag „Vergleich und Potenziale von PV-Anlagen“ zwei wichtige Information gegeben:
- PV-Anlagen auf Dächern in Ost/West-Ausrichtung haben mit mehr als 80 % Jahresertrag, gegenüber Südausrichtung, eine wichtige Bedeutung bei der Energiewende. Darüber hinaus haben sie in den Sommermonaten eine um mehr als 3 Stunden höhere Tagesverfügbarkeit.
- Was die Potenziale der „Erneuerbaren“ in der VG-Jockgrim angeht, überraschte Thiel die Zuhörer mit der Aussage: „Wenn Sie Ihr Potenzial ausschöpfen, kann Ihre VG schon bald „Strom-Exporteur“ werden (siehe Abbildung)“ so Thiel. Die Zuhörer sind gespannt, wie dies die BürgerInnen und die Verwaltung der VG-Jockgrim umsetzen.

Die Veranstaltungsreihe „Die Sonne bezahlt die Stromrechnung“ wird in weiteren 3 Verbandsgemeinden der Südpfalz fortgesetzt. Der nächste Termin ist der 20.09.2016 um 19:00 in Offenbach/Queich, Queichtalmuseum.
(W.T.)

Die VG-Herxheim hat das Potenzial zum Strom-Exporteur

 

Bei der Eröffnung der Vortragsreihe „Die Sonne bezahlt die Stromrechnung“ am 22.06.2016 in Herxheim hat Hedi Braun, Bürgermeisterin der VG-Herxheim, in ihrem Grußwort  hervorgehoben, dass neben dem wirtschaftlichen Ertrag auch der Klimaschutz-Aspekt betrachtet werden muss. „Deshalb unterstütze ich die Aktion des Vereins Initiative Südpfalz-Energie, der in Kooperation mit der Energieagentur-RLP, die PV-Offensive des letzten Jahres auch in 2016 in der Südpfalz fortsetzt und bedanke mich ausdrücklich bei den Akteuren“, so Braun.
In seinem Vortrag
„Lohnt sich eine Solarstromanlage auf dem Dach?“ hat Dr. Peter Götting, Regionalreferent der Energieagentur RLP, klar aufgezeigt, dass sich eine PV-Anlage, selbst ohne Eigenversorgung, wirtschaftlich „rechnet“.
„Wir von der Sparkasse SÜW finanzieren eine solche Investition ohne große Hürden“ versicherte Bianca Bauchhenß, Geschäftsstellenleiterin in Herxheim.
Katja Wahl-Knoll, Werkleiterin der E-Werke Herxheim, gab in ihrem Statement klar zu erkennen, dass bis auf wenige Straßenzüge, bei denen es Engpässe wegen der Leitungsdimensionierung gibt, im gesamten Gemeindegebiet neue PV-Anlegen problemlos angeschlossen werden können.
Wolfgang Thiel, Vorsitzender der Initiative Südpfalz-Energie, hatte in seinem Vortrag „
Vergleich und Potenziale von PV-Anlagen“  zwei Botschaften zu verkünden:
- PV-Anlagen auf Dächern in Ost/West-Ausrichtung haben mit mehr als 80 % Jahresertrag, gegenüber Südausrichtung, eine wichtige Bedeutung bei der Energiewende.  Darüber hinaus haben sie in den Sommermonaten eine um mehr als 3 Stunden höhere Tagesverfügbarkeit.
- Was die Potenziale der „Erneuerbaren“ in der VG-Herxheim angeht, überraschte Thiel die Zuhörer mit der Aussage: „Wenn Sie Ihr Potenzial ausschöpfen, kann Ihre Gemeinde schon bald „Strom-Exporteur“ werden (siehe Abbildung). Hierzu wäre ein Klimaschutzkonzept, wie es gerade bei zwei VG’s im Landkreis SÜW erstellt wird, sehr hilfreich“, so Thiel. Die VG-Bürgermeisterin nahm diesen Hinweis positiv auf.

Exkursion zu den Elektrizitätswerken-Schönau

 

Am 03.05.2016 veranstaltete die ISE e.V. eine Exkursion zu den Elektrizitätswerken Schönau im Südschwarzwald (EWS).
Nach der Katastrophe von Tschernobyl haben Schönauer Bürger und engagierte Mitstreiter beschlossen, für eine atomstromlose und nachhaltige Energieversorgung einzutreten. Neun Jahre und zwei Bürgerentscheide später konnten sie das örtliche Stromnetz von einem Atomkraftwerksbetreiber freikaufen. Seitdem betreiben die bürgereigenen Elektrizitätswerke Schönau das Ortsnetz ökologisch vorbildlich und wirtschaftlich erfolgreich.


 Exkursionsprogramm:
- Busfahrt von Kandel nach Schönau

- Vortrag: Historie, Ziele und Geschäftsfelder des EWS-Schönau

- Mittagessen - Infos zum Laufwasserkraftwerk

- Weiterfahrt nach Zell im Wiesental

- Informationen zum Wärmenetzausbau in Zell i.W.

- Busfahrt von Zell nach Kandel

 

Die lange Busfahrt führte über die A5 bis Freiburg, entlang des Flusses Dreisam, dem Höllental, Titisee, am Feldberg vorbei bis nach Schönau. Allein die Anfahrt war schon ein Erlebnis!

In Schönau angekommen, wurden wir von Frau Dr. Eva Stegen, EWS, über die Aktivitäten der "Stromrebellen aus dem Schwarzwald" informiert. Eine Aktionsgeschichte die letztlich zum "Elektrizitätswerk Schönau" geführt hat.  Eine spannende und abenteuerliche Geschichte, die sich nicht nur um das Stromenetz dreht, sondern um demokratische Prozesse in Reinkultur. Das Hauptgeschäft der EWS ist z.Z. der Handel mit Ökostrom.

Ein weiters Glanzlicht war das Holzschnitzel-Heizwerk mit Nahwärmenetz, was von den EWS gebaut wurde und betrieben wird.

 

Fazit: Eine sehr gelungene Exkursion, die gezeigt hat, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger eine Vision, Mut und Durchhaltevermögen haben, dann können sie viel bewegen und fast alles erreichen, Chapeau! Im Video "Das Schönauer Gefühl" ist die ganze Story in 6 Abschnitten sehr beeindrucken dokumentiert!

Danke an Norbert Möllers, der die Exkursion organisiert und geleitet hat.

Suffizienz wichtiger als Effizienz?!

Beim April-Stammtisch (28.04.2016) haben wir dieses Thema aufgegriffen, um in der Südpfalz eine dringend erforderliche Diskussion einzuleiten, wie man durch Verhaltensänderungen das rechte Maß am Energieverbrauch findet. In der Suffizienz steckt neben der Effizienz das größte Potenzial bei der Energieeinsparung. Es ist notwendig, diese, von der Politik vernachlässigte Diskussion zu führen, denn hier geht es evtl. um Verzicht und das kommt beim Volk nicht gut an. In einem der nächsten  Stammtische werden wir dieses Thema mit Dr. Lars-Arvid Brischke vom ifeu -Institut fortführen.

Hier der Vortrag von Heinz Scharfenberger, PAMIA-Solar:

Suffizienz-Effizienz.pdf
PDF-Dokument [1.1 MB]

ISE e.V. bestätigt Vorstandsspitze

 

Auf seiner Mitgliederversammlung, am 24. März 2016, hat der Verein Initiative Südpfalz-Energie e.V. seinen Vorstand gewählt (siehe unten). Die Vorstandsspitze mit Wolfgang Thiel, Vorsitzender, und Michael Linder, stellvertr. Vorsitzender, wurde einhellig bestätigt.
 „Wir können auf zwei sehr aktive Jahre zurückblicken: in 10 öffentlichen Energie-Stammtischen, 18 Vortragsveranstaltungen und 3 Exkursionen haben wir die MitbürgerInnen in der Südpfalz über die Energiewende informiert  und aufgeklärt, und damit einen starken Beitrag für die Energiewende in der Südpfalz geleistet“, berichtete der Vorsitzende stolz in seinem Bericht (siehe unten).

Die Mitgliederversammlung wurde von Dr. Gerhard Lausterer geleitet.

 

Vorstand:
Vorsitzender: Wolfgang Thiel, Hergersweiler
stellvertr. Vorsitzender: Michael  Linder, Maximiliansau
Schriftführer: Oskar Becker, Freckenfeld
Kassenführer: Michael Vonderschmitt, Rheinzabern
Beisitzer:
Saleh Barmo, Jockgrim
Claudia Klingner-Kaufmann, Landau
Nobert Möllers, Karlsruhe
Manfred Wessels, Germersheim


Kassenprüfer
Manfred Chrzanowski, Herxheim
Karl Jetter, Rülzheim

Smart-Grid und Smart-Home

 

Stammtisch bei der ISE e.V, heißt nicht nur Erfahrungen auszutauschen, sondern auch immer etwas Neues präsentiert zu bekommen. Heinz Scharfenberger und Peter Kirsch von PAMINA-Solar informierten die Besucher am 25.02.2016 beim öffentlichen Februar-Energie-Stammtischs im Nebenzimmer der Raddegaggl Stubb über Smart-Grid und Smart-Home. Zwei sehr gute Vorträge, die sowohl die theoretischen als auch die praktischen Aspekte dieser neuen Techniken beleuchtet haben.

Hier können die Vorträge eingesehen oder runtergeladen werden.

Smart_Home_WW_WP.pdf
PDF-Dokument [718.7 KB]
Solaranlage_West_Homemanager.pdf
PDF-Dokument [870.2 KB]

Klimaschutzkonzept der VG-Bad Bergzabern

 

Volles Haus bei der Auftaktveranstaltung zum Klimaschutzkonzept der VG- Bad Bergzabern am 24.02.2016 in der Schlosshalle zu BZA .
VG-Bürgermeister Bohrer hat bei der Begrüßung die Ziele der Gebietskörperschaft vorgestellt.
Prof. Dr. Karl Keilen vom Wirtschaftsministerium, Elke Reimer von der EnergieAgentur RLP und Dr. Stefan Jergentz von ReeMix (Berater der VG-BZA) haben mit ihren interessanten Vorträgen Appetit auf die Umsetzung gemacht.
Auch unser Verein "Initiative Südpfalz-Energie" ist Mitglied im Akteursrat für das zu erstellende Klimaschutz-Konzept und leistet mit seiner Expertise einen wichtigen Beitrag!

Jahresprogramm 2016 festgelegt

 

Beim öffentlichen Energie-Stammtisch am 28.01.2016 haben wir unser vielseitiges Jahresprogramm 2016 für Stammtische, Vortragsveranstaltungen und Exkursionen festgelegt.

22.11.2018

Öffentlichen November-Energie-Stammtisch in Landau
Einladung

Bundesnetzagentur

Fraunhofer ISE

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